Wir arbeiten überwiegend mit Spund- und bei Bedarf mit Trägerbohlwänden. Erstere setzt man bei großen Tiefen im Baugrund ein, die einen wasserdichten Verbau notwendig machen. Die Stahlspundwand ist ein sehr wirtschaftliches Element, das einen schnellen Baufortschritt ermöglicht und im Hafenbau, bei Baugruben oder Kaianlagen eingesetzt wird. Mit unserer Gerätetechnik lassen sich die Bohlen für die Spundwände bis 40 Meter an einem Stück in den Baugrund einbringen. Bei Baugruben oberhalb des Wasserspiegels findet die Trägerbohlwand als preiswerte Lösung Verwendung.
Man bringt Stahlspundbohlen durch Rammen, Vibration oder Einpressen in den Baugrund ein. Bei besonders dichter Lagerung von nichtbindigen Böden oder sehr festem bindigen Baugrund sind Lockerungsbohrungen oder Spülhilfen erforderlich. Die Wahl des Verfahrens hängt im Wesentlichen von der Baugrundbeschaffenheit, den eingesetzten Spundwandprofilen und dem Umfeld der Baustelle ab. Es besteht die Möglichkeit, die Verbaukonstruktion durch Verankerungen oder Aussteifungen zu verstärken, um damit Verformungen zu reduzieren oder große Geländesprünge zu überbrücken.
Der wasserdichte Verbau ist besonders bei kontaminierten Böden von Vorteil, da eine aufwändige Reinigung des Grundwassers entfällt. Den Wasserzufluss durch die Baugrubensohle verhindert man mit einer in die natürliche Grundwassersperrschicht einbindende Spundwand. Fehlt die natürliche Sperrschicht, wird eine künstliche Dichtsohle eingesetzt. Die Spundwand eignet sich auch bei Fließsanden sowie weichen oder breiigen Böden. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Verbaukonstruktion bei Bedarf wieder gezogen werden.
Man bringt Stahlträger (HEB oder DU-Profile) in den statisch erforderlichen Abständen, Längen und Profilstärken durch Vibration, Rammung oder Einstellen in Bohrlöcher in den Baugrund ein. Die Ausfachung zwischen den Stahlträgern besteht in der Regel aus Kantholz oder Spritzbeton. In Sonderfällen kann die Sicherung auch durch Fertigbetonteile oder mittels Stahlausfachung erfolgen. Je nach Tiefe des zu sichernden Geländesprunges und der anstehenden Belastung erfolgt die Verbaukonstruktion freistehend oder mit Rückverankerung. Nach Abschluss der Arbeiten kann sie bei Bedarf entfernt werden.
Eine Spundwand als Fangedamm haben wir in Hamburg für die Pfeilerbahn hergestellt. Diese vormals auf Backsteinbögen erhöht verlaufende Eisenbahnstrecke zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und Norderelbe wird komplett neu gebaut. Die bisherige Brückenkonstruktion wird abgerissen und stattdessen ein Bahndamm errichtet. Die direkte Nähe zu den parallel verlaufenden Gleisen für den Güter- und Personenverkehr stellte höchste Ansprüche an die Ausführung. Die Oberkante der Spundwand lag bis zu 8 Meter über der Rammebene; die Bohlen haben eine Länge von bis zu 23 Metern. Insgesamt wurden rund 31.000 m² Spundwand eingerammt und gerüttelt.
